Eine wackelnde Vollprothese schränkt Ihre Lebensqualität spürbar ein. Wenn die Prothese rutscht, bereitet selbst das Essen Stress. Glücklicherweise gibt es wirksame Lösungen: von der einfachen Unterfütterung über eine neue Prothese bis hin zu Implantaten. Welche Option für Sie infrage kommt und wie die Lösungen im Einzelnen funktionieren, erfahren Sie hier.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Der Kieferknochen baut sich nach dem Zahnverlust kontinuierlich ab, was den Prothesensitz mit den Jahren verschlechtert.
- Eine Unterfütterung ist eine schnelle und kostengünstige Möglichkeit, die bestehende Prothese wieder anzupassen.
- Eine neu gefertigte Prothese bietet aufgrund ihrer exakten Passform eine verbesserte Saugwirkung und mehr Tragekomfort.
- Implantate verankern die Prothese sicher im Kiefer und gelten als langfristig stabilste Lösung.

Warum verliert Ihre Prothese mit der Zeit den Halt?
Wenn das Gebiss nicht mehr richtig hält, liegt das selten an der Prothese allein. Meist steckt ein biologischer Prozess dahinter – die sogenannte Kieferkammatrophie.
Was ist Kieferkammatrophie?
Als Kieferkammatrophie bezeichnet man den Rückgang des Kieferknochens nach dem Verlust von Zähnen. Da die Zahnwurzeln fehlen, die den Knochen normalerweise durch Kaubelastung stimulieren, baut er sich mit der Zeit ab. Der Kieferkamm wird flacher und schmaler und der Halt einer Vollprothese nimmt dadurch zunehmend ab.
Ohne Zahnwurzeln fehlt dem Kieferknochen der nötige Reiz, um erhalten zu bleiben. Das Ergebnis ist ein schleichender Knochenabbau, der dazu führt, dass die Prothese nicht mehr zur Form des Kiefers passt. Dieser Prozess beginnt unmittelbar nach dem Zahnverlust und schreitet über Jahre kontinuierlich fort.
Eine Prothese, die vor fünf Jahren perfekt saß, kann heute deutlich lockerer wirken, obwohl sich an der Prothese selbst nichts verändert hat. Der Kiefer hat sich verändert. Hinzu kommt, dass eine gute Saugwirkung einen ausreichenden Speichelfilm voraussetzt. Ist die Schleimhaut trockener oder die Prothese nicht mehr passgenau, lässt auch dieser Effekt nach.
Lösung 1: Unterfütterung der bestehenden Prothese
Die Unterfütterung ist oft der einfachste erste Schritt, wenn die Prothese rutscht. Dabei wird die Innenfläche der Prothese mit zusätzlichem Material aufgebaut, damit sie wieder satt am veränderten Kiefer anliegt.
Das Verfahren ist vergleichsweise schnell, in der Regel ambulant durchführbar und deutlich günstiger als eine neue Prothese. Als Sofortmaßnahme eignet sie sich gut, wenn die Prothese grundsätzlich noch in einem guten Zustand ist. Die Wirkung hält erfahrungsgemäß ein bis zwei Jahre an, bevor eine erneute Anpassung nötig werden kann.
Lösung 2: Eine neue Prothese mit optimierter Passform
Ist die Prothese stark abgenutzt oder mehrfach unterfüttert worden, lohnt sich eine Neuanfertigung. Moderne Abdrucktechniken erfassen die aktuelle Kieferform sehr präzise, was die Grundlage für eine wirklich gut sitzende Prothese bildet.
Eine exakt angepasste Prothese nutzt die natürliche Saugwirkung zwischen Prothesenbasis und Schleimhaut deutlich effizienter. Für Prothetik in Berlin-Tempelhof greifen wir auf unser praxiseigenes Labor zurück, in dem Prothesen individuell gefertigt werden. Das Ergebnis überzeugt sowohl funktional als auch ästhetisch.
Lösung 3: Mit Implantaten für dauerhaften Halt sorgen
Implantate sind langfristig die stabilste Lösung, wenn eine Prothese dauerhaft sicheren Halt haben soll. Dabei werden Titanstifte im Kieferknochen verankert, die als künstliche Wurzeln dienen und die Prothese fest fixieren.
Verschiedene Verankerungssysteme stehen zur Verfügung:
- Kugelkopfanker: Es kommen zwei bis vier Implantate mit einem Druckknopf-Prinzip zum Einsatz. Die Prothese rastet ein und lässt sich trotzdem herausnehmen.
- Stegverbindung: Eine Metallschiene verbindet die Implantate miteinander. Die Prothese wird daran befestigt und bietet eine besonders hohe Stabilität.
- Locator-Anker: Ein modernes System mit flacher Bauweise, das hohen Komfort mit sicherem Sitz verbindet.
Alle drei Systeme setzen voraus, dass ausreichend Knochenmasse vorhanden ist. Wir bieten Ihnen Zahnimplantate in Berlin-Tempelhof und informieren Sie auch gerne in einem persönlichen Beratungsgespräch über die Voraussetzungen der einzelnen Verankerungssysteme für Ihre Prothese.
Welche Lösung passt zu Ihrem Alltag?
Keine Lösung ist universell. Die richtige Wahl hängt von der individuellen Kiefersituation und den persönlichen Prioritäten ab. Die folgende Tabelle gibt eine erste Orientierung:
| Lösung | Stabilität | Aufwand/Invasivität | Typische Haltbarkeit |
|---|---|---|---|
| Unterfütterung | Mittel | Gering, nicht invasiv | 1–2 Jahre |
| Neue Prothese | Mittel bis gut | Gering, nicht invasiv | 5–8 Jahre |
| Implantatgestützte Prothese | Sehr hoch | Hoch, chirurgisch | 10+ Jahre |
Die Tabelle zeigt: Je höher der Aufwand, desto dauerhafter das Ergebnis. Ob eine Lösung für Sie geeignet ist, lässt sich nur nach einer gründlichen klinischen Untersuchung beurteilen.
FAQ
Wie lange dauert die Eingewöhnung an eine implantatgestützte Prothese?
Die meisten Patienten und Patientinnen gewöhnen sich innerhalb weniger Wochen an die implantatgestützte Prothese. Da der Sitz deutlich stabiler ist als bei einer konventionellen Prothese, fällt die Umgewöhnung oft leichter als erwartet. Die Einheilzeit der Implantate im Knochen beträgt in der Regel drei bis sechs Monate.
Ist eine Unterfütterung schmerzhaft?
Nein, die Unterfütterung ist in der Regel schmerzfrei. Das Verfahren erfolgt ohne Betäubung und ist gut verträglich. Leichte Druckgefühle nach der Anpassung sind möglich, klingen aber meist rasch ab.
Wie oft sollte eine Vollprothese kontrolliert werden?
Eine Vollprothese sollte mindestens einmal jährlich von einem Zahnarzt oder einer Zahnärztin kontrolliert werden. So lassen sich Veränderungen am Kiefer frühzeitig erkennen und der Prothesensitz rechtzeitig anpassen.
Fazit: Ihre nächsten Schritte zu einer Prothese mit sicherem Halt
Wenn Ihre Prothese rutscht oder wackelt, sollten Sie nicht zu lange warten. Folgende Schritte helfen Ihnen weiter:
- Lassen Sie den Prothesensitz von einem Zahnarzt oder einer Zahnärztin untersuchen, um die Ursache zu klären.
- Fragen Sie gezielt nach einer Unterfütterung, wenn die Prothese noch grundsätzlich intakt ist.
- Informieren Sie sich über Implantate, wenn Sie eine dauerhafte und stabile Lösung suchen.
- Planen Sie regelmäßige Kontrolltermine ein, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Wir bei Odontik in Berlin-Tempelhof beraten Sie individuell und ausführlich, damit Sie gemeinsam mit uns die Lösung finden, die wirklich zu Ihrem Alltag passt. Sprechen Sie uns an und vereinbaren Sie Ihren Beratungstermin.
